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Mit dem Altenwerk auf Entdeckungsfahrt: Vom Grafensprung zur Teufelsmühle

Aktualisiert: 22. Jan. 2022

Folge 7 von Wolfgang Braun
Erstellt im Juni 2021. Digitalisiert vom Heimatverein Niederbühl-Förch e. V. im Dezember 2021
Vielen Dank unserem Gründungsmitglied Wolfgang Braun, dass wir seinen Artikel hier veröffentlichen dürfen.

Im Mitteilungsblatt des Jahres 2009 konnten Sie u. a. folgenden Text lesen:

„Das Altenwerk unserer Pfarrgemeinde lädt alle zu einer Busfahrt ein, die sich für unsere badische Kultur, gepaart mit einem guten Tropfen Wein und einem deftigen Vesper, für die Geschichte unserer näheren Heimat und für die reichhaltige Sagenwelt unseres Murgtals interessieren.“

Bereits in der letzten Ausgabe des Mitteilungsblattes erfuhren die Leser Näheres über die Sage des Grafensprungs. Abschluss der dortmaligen Fahrt war die Erkundung eines weiteren sagenumwobenen mystischen Ortes, nämlich die Teufelsmühle (908 m ü. NN). Im „Deutschen Sagenbuch“ findet sich u. a. folgender Text:


„Einst hatte sich ein Weisenbacher Müller, ein von Haus aus eigensinniger, immer polternder Mann, darüber geärgert, dass das Mühlwerk so ungünstig an der Murg lag. Bei Hochwasser erhielt es so starkes Hinterwasser, dass es aus und vorbei war mit dem Mahlen. Nach einem abermaligen Hochwasser, rief er voll Zorn: ‘Ich wollte, dass mir der Teufel eine Mühle auf dem Steinberg erbaue, die weder zuviel noch zuwenig Wasser hätte.‘

Und kaum waren diese Worte gesprochen, als auch schon der Teufel vor ihm stand und sich bereit erklärte, seinen Wunsch zu erfüllen, doch nur unter der Bedingung, dass ihm der Müller auf ewig seine Seele verschreibe. Lange kämpfte der Müller mit sich, bis er sich auf den Handel einließ.


Doch musste ihm der Teufel überdies noch 40 sorgenfreie Lebensjahre und den Bau einer fehlerfreien Mühle auf dem Steinberg zusichern, die aber noch in der ersten Nacht, noch vor dem Hahnenschrei, fertig sein müsse. Der Teufel hielt Wort und holte nach Mitternacht den Müller ab, um die neue Mühle zu besichtigen.


Der Müller fand das zweckmäßige Gebäude in Ordnung. Zuletzt bemerkte der Müller allerdings, dass noch ein unentbehrlicher Stein im Mühlenbau fehlte. Er machte den Teufel darauf aufmerksam. Dieser sauste dann auch gleich durch die Lüfte, um den fehlenden Stein zu holen. Doch als er mit dem Stein herbeischwebte, krähte im nahen Loffenau der Hahn. Erbost darüber, dass er zu späte gekommen war, warf der Teufel den Stein auf die Mühle, stürzte hinterher und riss den ganzen Bau wutentbrannt auseinander, so dass nicht ein Stein auf dem anderen blieb.“



Der Wanderer findet rund um die Teufelsmühle keine real existierende Mühle, wohl aber große Felsblöcke. In der geschilderten Sage werden sie zu Bausteinen einer vom Teufel errichteten Mühle verwendet. Der Teufel ist in der christlichen Religion der Inbegriff der Bosheit und die Personifizierung des Bösen. So braucht folgender Text (findbar auf dem Gernsbacher Sagenweg) nicht näher kommentiert werden.


Zum Schluss noch ebbes zum Schmunz´le

Ein Müller kommt in die Hölle und darf sich eine von drei Kammern aussuchen, in der er die Ewigkeit verbringen soll. In der ersten Kammer werden alle mit glühendem Eisen verbrannt. In der zweiten Kammer werden die Insassen fürchterlich ausgepeitscht. In der dritten Kammer schließlich stehen sämtliche Personen bis zum Hals in einer Klärgrube und rauchen eine Zigarre. "Ja", ruft Müller, "ich nehme die dritte Kammer." Er stellt sich also zu den andern in die Klärgrube und steckt sich eine an. Da kommt plötzlich ein kleines Teufelchen und sagt: "Zigarrenpause ist zu Ende, alle wieder untertauchen."

Herausgeber

Pfarrgemeinde St. Laurentius Niederbühl, in der Kirchengemeinde Vorderes Murgtal, vertreten durch das Gemeindeteam.

Autor (Text- und Gestaltung)

Erstellt im Juni 2021

Blogbeitrag

Erstellt im Dezember 2021 vom Heimatverein Niederbühl-Förch durch Marcus Wirth

Fotografien

Sofern nichts anderes vermerkt ist, stammen die Fotografien von Wolfgang Braun

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