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Kindergärten in Niederbühl Eine lebendige Erziehungspartnerschaft zum Wohle unserer Kinder

Folge 16 von Wolfgang Braun
Erstellt im August 2021. Digitalisiert vom Heimatverein Niederbühl-Förch e. V. im Dezember 2021
Vielen Dank unserem Gründungsmitglied Wolfgang Braun, dass wir seinen Artikel hier veröffentlichen dürfen.

Folgendes Zitat von Astrid Lindgren sollte zum Nachdenken anregen:

"Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln."

Wussten Sie, dass bereits ab 1930 die Bezeichnung „Kindergarten“ als Schulbezeichnung vorgeschrieben war?

ABER: „Mir hänn zum Kinnergarde Kinnerschul g´sagt!“

Beim Bau des „neuen“ Kindergartens im Jahr 1953 beteiligten sich viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Man feierte geradezu ein Volksfest, als Architekt Ludwig Constantin die Schlüssel an Pfarrer Robert Friton (von 1948-1966 in Niederbühl wirkend) übergab.


Jetzige Eltern von Kindergartenkindern mögen sich festhalten, denn der Kindergartenbeitrag betrug 1969 für das erste Kind: 25,00 DM, für das zweite Kind 15,00 DM. ACHTUNG, es waren wirklich DM, in Worten Deutsche Mark. Hier zum Vergleich die heutigen Beiträge: 166,00 € für das erste Kind; 129,00 € für das zweite Kind, der Krippenbetrag liegt bei 332,00 € für das erste und 258,00 € für das zweite Kind.


Ein Bild aus den 50er Jahren zeigt die frohe Schar der Kinder

im Eingangsbereich des Kindergartens.

Bildquelle: Heimatbuch

Neben den baulichen Veränderungen war diese Zeit des „Wirtschaftswunders“ auch von einer pädagogischen Diskussion geprägt, die in der Zeit des Nationalsozialismus jäh unterbrochen wurde. So diskutierte man die Bildungskonzeption, die Maria Montessori bereits ab 1907 darlegte aufs Neue. Auch der anthroposophische Ansatz, von Rudolf Steiner (1861-1925), der bereits 1919 die erste Waldorfschule gründete, wurde intensiv erörtert. Er selbst bezeichnet seinen Ansatz als Wissenschaft zum Verständnis von Natur, Geist und menschlicher Entwicklung. Neu hinzugekommen sind intensive Diskussionen in den 60er und 70er Jahren über die von studentischen Kreisen ausgehenden Ideen einer antiautoritären Erziehung.


Dass der „neue“ Kindergarten bereits nach 23 Jahren (1976) abgerissen wurde geht u. a. auf die Tatsache zurück, dass in einem einzigen Gruppenraum, der für 60 Kinder ausgelegt war, in Spitzenzeiten sich 100 Kinder aufhalten mussten. Ein Neubau war überfällig. Pfarrer Otto Doll konnte 1976 in einer Feierstunde das neue Gebäude einweihen. Dabei erinnerte der damalige OB Franz Rothenbiller an das Engagement des sachlichen Bauträgers, der Stadt Rastatt, als er das Projekt an den personellen Träger, die Pfarrgemeinde St. Laurentius übergab. Er sagte:

„Wir haben die Hülle geschaffen, der Pfarrgemeinde kommt nun die verantwortungsvolle Aufgabe zu, ihr den Inhalt zu geben, das heißt: Diesen Neubau zu einem wirklichen Garten für die Kinder zu machen.“

Frage: Wie hoch waren die Gesamtkosten?

Bei der Höhe der Baukosten werden heutige Bauherren wieder an der Währungsbezeichnung zweifeln, aber NEIN, denn man investierte 680.000,00 DM. Sie haben sich auch diesesmal nicht verlesen, es waren tatsächlich DM (Deutsche Mark)!


Das Bild zeigt Pfarrer Doll, links daneben Frau Kopecny. Sie leitete als - Nachfolgerin von Frau Marianne Kenz - von 1975 bis 1999 den Kindergarten. Hinter Pfarrer Doll ist der damalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Reinhold Scharer zu sehen.

Die Nachfolgerin von Frau Kopecny, Frau Hiltrud Fritz kann man wie ihre Vorgängerin auch als „Bau-Kindergarten-Leiterin“ bezeichnen, denn seit ihrem Amtsantritt 1999 folgten umfangreiche Dachsanierungen mit Aufbau eines Intensivraumes, neue Bodenbeläge, neuer Waschraum, neues Mobiliar und Küchenzeilen für vier Gruppen, Terrassensanierungen, sowie die Anschaffung diverser großer Spielgeräte im Außengelände.


Ein ganz besonderer Tag war Sonntag 20. Januar 2013: Pater Anton (Herz-Jesu-Pfarrei) konnte den Erweiterungsbau des Kindergartens einweihen. Damit begann in Niederbühl das Zeitalter der Kinderkrippe mit 20 Plätzen. Bei einem „Tag der Offenen Tür“ konnte Kindergartenleiterin Hiltrud Fritz das überarbeitete pädagogische Konzept und die helle und freundliche, durch Sichtfenster transparent gestaltete Atmosphäre in den neuen Räumlichkeiten vorstellen. Auf ca. 170 qm wurde für ein- bis dreijährige Kinder ein ganz eigenes neues Reich geschaffen. Außer einem Gruppenraum sind ein Schlafraum, eine Teeküche, sanitäre Anlagen und ein Bewegungsraum entstanden. Die Sanierung der Turnhallenwände, sowie die Anschaffung von neuen Garderoben, bei Gesamtkosten von 104.000 € sind bereits genehmigt und werden Ende dieses Jahres verwirklicht.

Gruppenraum der „Pinguine“


Die schriftlich fixierte Konzeption der Einrichtung beginnt mit einem Zitat von Olaf Palme, dem zweimaligen schwedischen Ministerpräsidenten und Friedensaktivisten, der am 28. Februar 1986 auf offener Straße im Zentrum Stockholms erschossen wurde.


„Weil unsere Kinder die einzige und reale Verbindung zur Zukunft sind, und weil sie die Schwächsten sind, gehören sie an die erste Stelle der Gesellschaft.“

Dieser Anspruch ist weder vom Elternhaus, noch von externen Bildungsträgern alleine zu leisten. Daher spricht das Leitbild unseres Kindergartens von einer ganzheitlichen Förderung der Persönlichkeitsentwicklung in Form einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Kind – Kindergarten und Erziehungsberechtigten. Als Grundlage der pädagogischen Arbeit dient der Orientierungsplan für Baden- Württemberg. Individuelle Förderpläne, Beobachtungsprotokolle, angelegte Portfolioordner für jedes Kind und regelmäßige Elterngespräche zeigen, dass unser Kindergarten einem hohem Anspruch genügt.


Ein schriftlich ausgearbeitetes christliches Leitbild zeigt den pädagogischen Ansatz. Es werden alle Kinder, egal welcher Herkunft und Religion als Geschöpf und Ebenbild Gottes mit einer unantastbaren Würde angenommen, wovon folgender Leitspruch (Quelle leider unbekannt) erzählt:


In jedem Kind träumt Gott den Traum der Liebe. In jedem Kind wächst ein Stück Himmel auf. In jedem Kind blüht die Hoffnung, wächst die Zukunft. In jedem Kind wächst unsere Erde neu.

Herausgeber

Pfarrgemeinde St. Laurentius Niederbühl, in der Kirchengemeinde Vorderes Murgtal, vertreten durch das Gemeindeteam.

Autor (Text- und Gestaltung)

Erstellt im Juli 2021

Blogbeitrag

Erstellt im Dezember 2021 vom Heimatverein Niederbühl-Förch durch Marcus Wirth

Fotografien

Sofern nichts anderes vermerkt ist, stammen die Fotografien von Wolfgang Braun

Beitrag zum download

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