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Niederbühls Straßennamen und deren Bedeutung

Aktualisiert: 29. Mai 2022

Folge 26-29 von Wolfgang Braun
Erstellt im Oktober - Dezember 2021. Digitalisiert vom Heimatverein Niederbühl-Förch e. V. im Dezember 2021
Vielen Dank unserem Gründungsmitglied Wolfgang Braun, dass wir seinen Artikel hier veröffentlichen dürfen.

Wie in allen Gemeinden und Städten gibt es auch in Niederbühl einige Straßen, die nach Personen benannt sind, die man posthum durch diese „Namenspatenschaften“ ehren und in Erinnerung halten will. Doch leider ist es meistens so, dass im Lauf der Jahre durch die Gewohnheit bei der Benutzung der Straßennamen die dahinterstehende Intention in Vergessenheit geraten lässt.


Die folgende Artikelserie macht es sich daher zur Aufgabe, Hintergrundinformation zu den „Namenspatronen“ der Hilda-, Laurentius-, Hebel-, Grünewald-, Hans-Thoma-, und Hansjakobstraße zu liefern.



Beginnen wir im „Unterdorf“ mit der Hildastraße, über die wir in unsere Kirche gelangen. Haben sie sich schon einmal überlegt, an welche „Hilda“ hier erinnert werden soll?

Es handelt sich um Prinzessin Hilda Charlotte Wilhelmine von Nassau (so ihr vollständiger Name). Sie wurde in der Nähe von Wiesbaden im Jahr 1864 als jüngste Tochter des Herzogs Adolf I. von Nassau geboren und starb 1952 in Badenweiler. Im Jahr 1885 heiratete die Prinzessin Friedrich II., Großherzog von Baden (1857 – 1928), den Enkel des preußischen Königs und deutschen Kaisers, Wilhelm I. Als „letzte Großherzogin von Baden“ ist sie in die Geschichte eingegangen. Sie war eine Frau mit einem wahrhaft bewegten Leben, welches von der Monarchie über zwei Weltkriege bis in die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland reichte. Ihre Beliebtheit zeigt u. a., dass in vielen Orten Badens nach ihr Plätze, Schulen und Straßen benannt wurden. So trägt z. B. in Karlsruhe das Hildahaus ihren Namen; in Freiburg steht auf dem Lorettoberg der 1886 erbaute Hildaturm. Das Freiburger Hildahaus, erbaut 1895 trägt die Handschrift der Großherzogin, diente es doch als Kinderkrippe des Badischen Frauenvereins und sollte bedürftige Eltern unterstützen, damit die Mütter einer Erwerbstätigkeit nachgehen konnten.





Der Erste Weltkrieg stellte Hilda vor neue Herausforderungen, denen sie sich vorbehaltlos und ohne sich zu schonen stellte. So besuchte sie Lazarette, verabschiedete ins Feld ziehende Krankenschwestern, war bei der Ankunft von Verwundetentransporten zugegen, um Hoffnung und Mut zu spenden und unterstützte die Planung und Ausführung von Hilfsmaßnahmen im Rahmen des Roten Kreuzes. Ihre aufrichtige Teilnahme an den Leiden der Verwundeten und Kranken verschaffte ihr weitreichende Anerkennung.





Bildquelle: Badische Landesbibliothek

Und ganz zum Schluss: JAAAAAA, das „Hildabrötchen“ wurde nach ihr benannt, wobei der Autor dieser Zeilen, der von jeglichen back- und Kochkünsten weit entfernt ist, sich von den „Perlen“ des Frauenteams des Altenwerkes beraten lies, und folg. Rezept der „erlauchten“ Leserschaft unterbreiten darf:


Zutaten für ein Blech Hildabrötchen
  • 300 g Mehl

  • 125 g Zucker

  • 1 Päckchen Vanillezucker

  • 1 Ei

  • 150 g kalte Butter

  • 100 g Himbeergelee zum Bestreichen

  • 1 EL Puderzucker

Zubereitung

Mehl, Zucker, Vanillezucker, Ei und Butterflocken zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und eingepackt oder gut abgedeckt etwa eine Stunde kaltstellen. Den Backofen auf 150 – 180°C vorheizen. Den Teig etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen und Plätzchen ausstechen. Bei jeweils einem von zwei gleichen Formen in der Mitte ein kleines Loch ausstechen. Die Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und etwa 15 Minuten goldgelb backen. Nach dem Abkühlen das Gelee erwärmen, die ganzen Plätzchen damit bestreichen und jeweils ein gelochtes Plätzchen aufsetzen. Zuletzt mit Puderzucker bestäuben. Anstatt Himbeergelee empfehlen unsere Frauen auch Aprikosenmarmelade oder Johannisbeergelee.



Johann Peter Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren. Er war der Sohn des Johann Jakob Hebel, der einst aus dem Hunsrück nach Südbaden gekommen war. Johann Peter Hebels Mutter Ursula stammte aus dem südbadischen Hausen (Wiesental).


Da Tatsache, dass seine Eltern u. a. als Angestellte eines Basler Patriziers im Sommer in Basel arbeiteten, im Winter aber nach Hausen zurückkehrten, wo Johanns Vater als Weber tätig war, hatte für den jungen Johann mehrfache Schulwechsel zur Folge. So besuchte er ab 1766 die Volksschule in Hausen und ab 1769 die Lateinschule in Schopfheim. In den Sommermonaten war er Schüler der Gemeindeschule in Basel und ab dem Jahre 1772 Gymnasiast am Basler Münsterplatz. Zu dieser „bewegten“ Kindheit kam hinzu, dass er früh ohne Eltern leben musste. Sein Vater starb bereits zwei Jahre nach der Geburt des Sohnes an Typhus. Als dreizehnjähriger musste Johann miterleben, wie man seine schwerkranke Mutter auf einem Ochsenkarren von Basel nach Hausen brachte. Sie starb bereits unterwegs im Beisein von Johann Peter Hebel. In seiner Antrittspredigt als evangelischer Pfarrer in Hausen bezog er sich viele Jahre später auf seine „arme /reiche“ Kindheit, indem er ausführte:


„Ich bin von armen, aber frommen Eltern geboren, habe die Hälfte der Zeit in meiner Kindheit bald in einem einsamen Dorf, bald in den vornehmen Häusern einer berühmten Stadt zugebracht. Da habe ich frühe gelernt, arm sein und reich sein. Wiewohl, ich bin nie reich gewesen; ich habe gelernt, nichts haben und alles haben, mit den Fröhlichen froh sein und mit den Weinenden traurig...“

Heimatliche Gönner ermöglichten Hebel 1775 den Besuch eines Karlsruher Gymnasiums und ab 1778 das Studium der evangelischen Theologie in Erlangen. Bereits nach zwei Jahren wurde er ordiniert, also in das Amt eines Pfarrers eingeführt. Nach weiteren bewegten Berufsjahren z. B. ab 1783 als Vikar und Hilfslehrer am Pädagogium in Lörrach und ab 1791 zum Subdiakon in Karlsruhe, konnte er als Professor für Dogmatik als Gymnasiallehrer tätig sein. Im Jahr 1819 wurde er zum Abgeordneten der Ersten Kammer des Badischen Landtages gewählt und im gleichen Jahr zum Prälat ernannt, dem höchsten Amt in der evangelischen Landeskirche in Baden.

Als er im September 1826 eine Dienstreise unternahm, um in Mannheim Schulprüfungen abzunehmen, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er bekam hohes Fieber und - wie sich später bei der Obduktion zeigte – starb im September 1826 in Schwetzingen an Darmkrebs. Sie können ihm auf dem Schwetzinger Friedhof die letzte Ehre erweisen. Bildquelle: SWR2


Abriss seines literarischen Schaffens

Johann Peter Hebel war ein Multitalent. Er war evangelischer Pfarrer, Lehrer und Schriftsteller. Aufgrund seines Gedichtbands „Alemannische Gedichte“ gilt er als Pionier der alemannischen Mundartliteratur. Die Geschichten des „Rheinländischen Hausfreundes oder neuen Calendars“ und seines „Schatzkästleins des rheinischen Hausfreundes“ wiesen ihn als Meister der Anekdoten aus und machten ihn auch über die badischen Grenzen hinaus bekannt. Folgende bedenkenswerte Aussage, entnommen aus der Prosa-Sammlung des „Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes“ (1811) ist überschrieben mit „Denkwürdigkeiten aus dem Morgenlande“, eine wahrhaft bedenkenswerte Weisheit.


„Ein anderer meinte, es sei schön, Gutes zu tun an seinen Freunden, und Böses an seinen Feinden. Aber noch ein anderer erwiderte: das sei schön, an den Freunden Gutes zu tun, und die Feinde zu Freunden zu machen.“


Heinrich Hansjakob – Rebell im Priesterrock

Man könnte meinen, es gäbe im Badnerland kaum eine Gemeinde, die bei der Benennung von Straßen, Schulen und Plätzen auf den Namen des „streitbaren“ Pfarrers Heinrich Hansjakob verzichtet hätte. Genau wie Johann Peter Hebel (vgl. vorangegangene Folge) kann man den am 19. August 1837 in Haslach als Sohn eines Bäckers geborene Hansjakob als Multitalent bezeichnen, war er doch katholischer Pfarrer, Historiker, Politiker und Sozialreformer. Bekannt wurde Hansjakob vor allem als Schriftsteller. Mehr als 70 Erzählungen, Tagebücher, Romane, Reiseberichte, sowie historische, religiöse und politische Schriften stammen aus seiner Feder.


Auch in Rastatt und Niederbühl erinnern Straßen- und Schulbezeichnungen (Hansjakobstraße / Hansjakobschule) an den Volksschriftsteller, der von der Stuttgarter Zeitung als „Demokrat, Antisemit, Nerventeufel und polternd predigender Pfarrer, der gegen fast alles ist“ beschrieben wurde. Seine Rastatter Zeit begann 1852, als er im Lyzeum (heute Ludwig Wilhelm Gymnasium) bis 1859 die Schulbank drückte. Es wird erzählt, dass er sich als Pennäler auch gerne im Gasthaus Favorite zu Niederbühl (heute SchnickSchnack) aufhielt.


Als Gymnasiallehrer in Donaueschingen und späterer Leiter der Höheren Bürgerschule in Waldshut fiel er wegen seines „frechen Mundwerks“ auf und wurde 1869 wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“ zu einer vierwöchigen Haftstrafe in der Festung Rastatt verurteilt. Sein „Vergehen“ war seine „Rede gegen die Armut“. Gleichwohl verschreibt sich der „politische Draufgänger“ dem Kampf für Recht und Freiheit und wird als Abgeordneter der Katholischen Volkspartei in den Badischen Landtag gewählt. Wegen "Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung" erhält Hansjakob 1873 neuerlich eine sechswöchige Haftstrafe, die er im Gefängnis in Radolfzell absaß.


Als Seelsorger in Hagnau am Bodensee (ab 1869) erkennt Hansjakob, dass sich die soziale Not der Rebbauern nur verbessern lässt, wenn sie sich in einer starken Schutzgemeinschaft zusammenschließen, um mit den Weinhändlern einen annehmbaren Preis aushandeln zu können. Das von ihm als "Schandpreis" empfundene Angebot für den Jahrgang 1881 gibt den Anstoß, den „Ersten Badischen Winzerverein“, dessen Vorsitz Hansjakob übernimmt, zu gründen. Er kümmert sich in der Anfangszeit auch eigenhändig um den Verkauf des Weins. Die segensreiche Einrichtung der Hagnauer Weinbauern verbreitet sich in der Folgezeit rasch in ganz Deutschland. Nach seinem Wirken am Bodensee war er von 1884 bis 1913 Stadtpfarrer in St. Martin in Freiburg. Dort stand er in ständigen Auseinandersetzungen mit dem Erzbischöflichen Ordinariat.


Das Bild zeigt ein Ölgemälde, ausgestellt im Städtischen Museum zu Freiburg. Auf fast allen Bildern wird er mit seinem „Markenzeichen“, dem Freiheitssymbol, dem Hecker-Hut dargestellt.


In Hofstetten bei Haslach verbrachte Heinrich Hansjakob immer wieder seinen Urlaub. Er wohnte dann stets im Gasthaus „Drei Schneeballen“, das er als sein „Paradies“ bezeichnete. Gegenüber dieser Gaststätte ließ er zwischen 1901 und 1903 seine Grabkapelle bauen. Dass man ihn als „streitbaren Pfarrer“ bezeichnet zeigt u. a. folg. Begebenheit.


Um die Jahrhundertwende kritisiert er offen und nachdrücklich die Missstände in der Kirche. Aufgrund eines Streits mit dem Erzbischöflichen Ordinariat denkt er schon 1901 an seinen Rücktritt, den er jedoch erst 1913 wirklich vollzieht. Vorausgegangen war eine heftige Auseinandersetzung um den sogenannten "Antimodernisierungseid", den Papst Pius X. allen katholischen Priestern und Diakone vor ihrer Weihe auferlegte, um sie zu strengstem Gehorsam zu verpflichten. Hansjakob stellt die für ihn entscheidende Frage:

„Kann jemand, der diesen Eid geleistet hatte, noch kritisch und offen sein für neue Entdeckungen?“

Zum Schluss noch eine Weisheit aus dem Mund des Heinrich Hansjakob, der in der Bodenseeregion auch „Hans am See“ genannt wird.

„Die öffentliche Meinung … verherrlicht oft die größten Lumpen und verachtet den armen ehrlichen Mann. Sie schmeichelt oft dem Laster und unterdrückt und verhöhnt die Tugend. Lüge und Heuchelei bringen es vor ihrem Richterstuhl viel weiter als Offenheit, Geradheit und Ehrlichkeit.“

Der „streitbare“ Pfarrer Heinrich Hansjakob, der weit über seine Heimat hinaus bekannt war, starb am 23. Juni 1916.



Skizzen über einen berühmten Künstler der deutschen Renaissance

Die Grünewaldstraße in der Niederbühler Ortsmitte ist nach einem Malergenie der Rennaissance benannt. Die exakte Biografie Mathias Grünewalds (Mathis Gothardt Neithardt, genannt Grünewald) konnte bis heute weder vollständig noch eindeutig rekonstruiert werden.


Man geht davon aus, dass er um 1480 in Würzburg geboren wurde und um 1528 in Halle an der Saale gestorben ist. Auch ist nicht geklärt, bei wem er die Malerei erlernte. Er muss wohl von Auftrag zu Auftrag durch die Lande gereist sein.


Stellte Grünewald Seife her?

Der Großteil seiner Werke findet sich entlang des Mains und des Rheins nahe Aschaffenburg, Mainz, Frankfurt und in Elsass, wo er nicht nur als Maler und Baumeister, sondern - gegen Ende seines Lebens – als Seifensieder tätig war. Es scheint, dass ihm die Aufträge ausgegangen sind, was in einer Zeit der Reformation, geprägt von Glaubens- und Bauernkriegen nicht verwundert.


Sein Wirken lässt jedoch erkennen, dass er Bilder von Hans Holbein dem Älteren, Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren kannte sowie mit der niederländischen und italienischen Malerei vertraut war. Dies deutet auf eine Anwesenheit in Nürnberg in der Zeit um 1500 hin.


Grünewalds erhaltene Werke sind im Umfang nach gering, gehören jedoch zu den bedeutendsten Kunstwerken der Darstellung biblischer Szenen. Heute sind fünf, eventuell auch sechs Altäre, 21 Einzelbilder und fünf Andachtsbilder erhalten. 35 Zeichnungen, fast ausschließlich Studien, vervollständigen Grünewalds künstlerischen Nachlass.


Den als sein Hauptwerk angesehenen Isenheimer Altar begann er im Jahre 1513 und vollendete diesen wohl um 1516. Dieser Wandaltar aus dem Antoniterkloster in Isenheim (Oberelsass) wird heute im Museum Unterlinden in Colmar - in drei Schauseiten getrennt - ausgestellt.


Nicht immer fand der Künstler zu Lebzeiten die nötige Achtung, aber sein Isenheimer Altar (wohl in Straßburg erstellt) wurde so berühmt und so begehrt, dass ihn die Mächtigsten der damaligen Welt am liebsten sofort vereinnahmt hätten. Ob Kaiser Rudolf II., Bayernherzog Maximilian I. oder der Große Kurfürst von Brandenburg - alle wollten ihn haben. Doch die Antoniter blieben stur und die Altartafeln blieben in Isenheim. Da hatte es der schwedische König Gustav II. Adolf leichter.


Er zahlte nicht, er nahm einfach. Als er auf seinem Kriegszug nach Mainz kam, begeisterte ihn die um 1520 vollendeten drei „Mainzer Altäre“ mit jeweils fünf Tafelbildern, die im Dom aufgestellt waren. Sie taten rund 100 Jahre in der Bischofskirche ihren Dienst. Die Altäre erklärte Gustav II. Adolf 1621/32 im Dreißigjährigen Krieg „als beschlagnahmt“, um sie nach Schweden als Kriegsbeute bringen zu lassen. Ob es stimmt, der „Schatz“ sei bei einem Schiffbruch auf der Ostsee verloren gegangen, oder ob dies eine bewusste Fehlmeldung war – wer will das beweisen? Tatsache ist, die „Raubkunst“ ist bis heute nicht aufgetaucht („aufgetaucht“ im wahrsten Sinne des Wortes). Der Verlust sei, wie es Kunsthistoriker Friedrich Winkler formulierte, einer der „schwersten, den die deutsche Kunst erlitten hat“.


Das Kollegiatstift Aschaffenburg beauftragte Grünewald 1516 mit der Erstellung von Altargemälden. 1517–19 entstand der Maria-Schnee-Altar (heute Augustinermuseum in Freiburg). Hiervon ist das Mittelbild, die sogenannte Stuppacher Madonna erhalten. Wer einen Ausflug ins Taubertal plant, sollte unbedingt bei Bad Mergentheim die Pfarrkirche Maria Krönung im Ortsteil Stuppach besuchen. Dort befindet sich eines der bedeutendsten Werke christlicher Kunst. Das 500 Jahre alte Tafelbild wurde 2012 restauriert und strahlt im „alten/neuen Glanz“. Der Betrachter kann nur staunen über die unzähligen Details, die der Maler in seinem Bild „versteckt“ hat. Etwa die botanisch genau wiedergegebenen Blumen und Pflanzen, oder die mit feinen Pinselstrichen herausgearbeitete Stadtkulisse im Hintergrund.


Das Bild zeigt Maria, die auf einem Brunnenrand oder einer Bank sitzt. Sie trägt ihr langes, blondes Haar offen und keine Krone krönt ihr Haupt. Über dem Kopf Marias wölbt sich ein Regenbogen. Ihr Kopf ist dem Kind zugewandt, das auf ihrem Schoß steht und der Mutter eine Feige reicht. Am linken oberen Bildrand öffnet sich der Himmel. An der Wurzel des Baumes steht ein Gefäß mit Blumen. Eindeutig zu identifizieren sind Rosen und Madonnenlilien. Im Hintergrund des Baumes ist eine Kirche mit weit vorspringenden Strebebögen (wahrscheinlich das Straßburger Münster) erkennbar. Über einer Keramikschale, in der ein Rosenkranz liegt, erhebt sich ein Feigenbaum, der sich um ein Holzkreuz windet. Quelle: mons.wikimedia.org



Wieso haben wir in Niederbühl eine Schule ohne Schulstraße,

und eine Kirchstraße ohne Kirche?

Stimmt do was net?

Dass die bei der Brücke über den Oser Landgraben, beim Gasthaus Schwanen beginnende, und in der Grünewaldstraße endende Kirchstraße man heute vielleicht anderes benennen würde, scheint plausibel zu sein, gibt es doch dort überhaupt keine Kirche. Nur vordergründig stimmt dieses Argument, standen doch an der Kirchstraße viele Jahrhunderte lang Niederbühls Pfarrkirchen.


Gerade wir in unserer Gemeinde, in der bauliche Zeugnisse aus vergangenen Zeiten aufgrund Kriege und der Revolution von 1848/49 kaum mehr sichtbar sind, könnte der „alte Kirchplatz“ an der Ecke Murgtalstraße / Ooser-Landgraben eine Brücke zu vergangenen Tagen bilden, beherbergte doch dieser Ort als ehemaliger Dorfmittelpunkt mehrere Jahrhunderte lang - neben Kirchen – auch den Gottesacker (Friedhof).


Bis zum Abriss im Jahr 1978 grüßte die St. Laurentiuskirche vorbeifahrende und Besucher an der „Hirschkurve“.

Den einstmals malerischen Anblick der „alten“ Kirche im sog. Kirchgäss´l gehört seitdem der Vergangenheit an. Heute ist der Platz als Grünanlage gestaltet.


Fast verdeckt hinter zwei Tannen stehend, laden drei Grabmale ein an Menschen zu denken, die im 18. und 19. Jahrhundert in Niederbühl segensreiche Spuren hinterließen, sei es als Pfarrer, Wirte, Ökonomieverwalter oder Oberförster.


Bildquelle: Privat

Unter der Hoffnung, der starke Autoverkehr auf der Murgtalstraße wird einmal der Vergangenheit angehören (die Hoffnung stirbt nie) wäre es aus der Sicht des Altenwerkes zu begrüßen, diesen Platz gärtnerisch so zu gestalten, dass er zu einem Ort der Ruhe, der Begegnung und des Erinnerns werden kann. Die heutige Kirche an der Laurentius- /Hildastraße – sie wird in diesem Jahr 50 Jahre alt – ist eine bauliche Symbiose aus Alt und Neu, wurden doch wertvolle Gegenstände von der „alten“ Kirche wie z. B. die Monstranz aus dem Hochmittelalter, Statuen und Bilder sowie das wohl wertvollste Kleinod Rastatter Orgelbaukunst, die Stieffel-Orgel, von der ehemaligen Kirche am Ooser Landgraben in eine gänzlich moderne Umgebung integriert.


Wenn sie über den Namensgeber der Laurentiusstraße und über die ganze Geschichte Niederbühler Kirchen mehr erfahren wollen, dann lesen Sie doch die Broschüre



Das Büchlein liegt kostenlos in unserer St. Laurentiuskirche aus. Im Internet finden Sie die 29-Seiten umfassende Dokumentation unter: http://www.braun-wolfgang.de/50_Jahre_St_Laurentius_2021.pdf oder hier bei uns zum download.


Über ein Jahr hinweg erschienen im Mitteilungsblatt Niederbühls (Stadt Rastatt) in ununterbrochener wöchentlicher Abfolge „G´schichtle, Beiträge zur Historie, Erzählungen, Unterhaltsames …

Da Niederbühl und Förch nicht der Nabel der Welt sind, gehen dem G´schichtleschreiber langsam aber sicher die Themen aus, sodass es jetzt lautet: „Eine Rentner-Schreib-Auszeit“ muss her. Ich bedanke mich für die vielen informativen Gespräche über die Artikel und wünsche eine gesegnete Adventszeit.


Niederbühl im Advent 2021


Herausgeber

Pfarrgemeinde St. Laurentius Niederbühl, in der Kirchengemeinde Vorderes Murgtal, vertreten durch das Gemeindeteam.

Autor (Text- und Gestaltung)

Erstellt: Oktober - Dezember 2021

Blogbeitrag

Erstellt im Dezember 2021 vom Heimatverein Niederbühl-Förch durch Marcus Wirth

Fotografien

Sofern nichts anderes vermerkt ist, stammen die Fotografien von Wolfgang Braun

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